Ein Weg ohne Zwang und ohne Druck – einfach Freude

Meine reiterliche Ausbildung erhielt ich in klassischer Dressur. Über Jahre bzw. Jahrzehnte war es da mein ganzer Ehrgeiz, möglichst weit zu kommen. Ich hatte viel Freude daran – getrübt aber immer durch den Anspruch, die nächste Übung müße noch besser werden.

Ich war mir damals sicher, besonders „gut“ mit unseren Pferden umzugehen – reiten mit möglichst feinen Hilfen, selbstverständlich passende Gebisse und Sättel, natürlich wurden unsere Pferde niemals geschlagen. Nichtsdestotrotz machten unsere Pferde ihre Dressuraufgaben ganz sicher nicht freiwillig, sie mussten – ob sie wollten oder nicht….

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Und dann kam 1997 Sahib zu mir – und nichts „funktionierte“ bei ihm so wie bei allen anderen Pferden vorher. Auf eine unglaublich liebe, aber sehr konsequente Weise widersetzte er sich allen Versuchen, ihn auszubilden. Ein Verkauf kam für mich nicht in Frage – also hieß es, diese Herausforderung anzunehmen, Neues zu probieren und das Richtige für uns zu entdecken!

Ich hatte damals das große Glück einen Weg zu finden, der es ermöglicht, auf eine für mich damals völlig neue Weise mit Pferden umzugehen – ohne jeglichen Zwang und ohne Druck.

Der erste Schritt war die Erlernung der Körpersprache der Pferde – aber das ist „nur“ eine Technik. Man muss sie zwar beherrschen, um diese spezielle Arbeit mit den Pferden machen zu können – aber sie ist nur ein kleiner Teil des großen Ganzen.

Das Leitpferd

 

Ein wesentlicher Teil dieser speziellen Umgangs- und auch Reitweise ist die Erkenntnis, dass jedes (Wild-)Pferd seinem Leitpferd FREIWILLIG folgt. Wie kann ich also erreichen, dass mein Pferd mir von sich aus folgt – und das mit möglichst viel Spaß und Freude? Ich muss in mir die Fähigkeiten einer guten (*) Führungspersönlichkeit entwickeln. Nach einiger Zeit wurde mir klar, dass es völlig gleich ist, ob es sich um die Leitung eines Betriebes, irgendeinen „Chefposten“ oder eben den Umgang mit Pferden handelt – die Eigenschaften, die einen wirklich guten Chef ausmachen sind immer die Gleichen: Souveränität, Gerechtigkeitssinn, Mut, Entschlossenheit, soziale Verantwortung, Mitgefühl, Klarheit und noch Einiges mehr.

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(*)Eine wichtige Anmerkung: Ein gutes Leitpferd unterscheidet sich gravierend vom nur zufällig ranghöchsten Pferd in der Herde. Zwangsläufig kommt es in unserer Pferdehaltung oft vor, dass es kein wirkliches Leitpferd in der Herde gibt und das Ranghöchste dann halt der Chef ist. Dieses Pferd ist dann häufig gezwungen, sich mit mehr oder weniger Gewalt bzw. Aggression durchzusetzen, da es ja eben nicht die erforderlichen Fähigkeiten besitzt. Es muß seine Position immer wieder behaupten und sich immer wieder beweisen. Ein wirkliches Leitpferd dagegen muß das nicht, es hat die notwendige Ausstrahlung, um ohne „Machtdemonstration“ von Allen anerkannt zu werden.

  • Es ist sehr sozial, kümmert sich um seine Herde (auch zu seinem eigenen Schaden, wenn nötig)
  • Es ist nicht aggressiv
  • Es hat so viel innere Autorität, dass es eben nicht kämpfen muss
  • Es sorgt für Frieden in seiner Herde (d.h. es duldet keinen größeren Streit unter den Herdenmitgliedern)
  • Die Herdenmitglieder fürchten es nicht, sondern achten es
  • Die Herde fühlt sich bei ihm sicher, geborgen und orientiert sich an ihm.

Ebenso wie kein Leitpferd seine Herdenmitglieder zwingen könnte, bei ihm zu bleiben und ihn zu achten (nicht zu fürchten!) kann das auch kein Chef. So konnte ich auch Sahib nicht zwingen mich zu respektieren, ich musste mir das über einen längeren Zeitraum verdienen.

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Eine der Voraussetzungen dafür ist unter Anderem ein fundiertes Wissen über das Verhalten der Pferde. Ich muß lernen, wodurch sich das nur ranghohe Pferd von einem Leitpferd unterscheidet; welche ritualisierten Rangordnungsspiele es gibt; woran die Herdenmitglieder ein Leitpferd erkennen; und – wie kann ich das alles (und noch viel mehr) mit meinem eigenen Verhalten, in meiner Körpersprache ausdrücken. Ich muß also meine eigenen Stärken und Schwächen erkennen lernen. Unsere Pferde helfen uns dabei, indem sie unser Verhalten sofort widerspiegeln

Kein Zwang und kein Druck – das heißt ja keineswegs, dass ich die Rangordnung nicht kläre. Im Gegenteil – nur bei geklärter Rangordnung kann ich ohne jeglichen Zwang und Druck erreichen, was ich gerne vom Pferd möchte!

Ein weiterer wichtiger Bestandteil dieser Umgangsweise ist die positive Verstärkung. Unerwünschtes Verhalten wird – soweit irgend möglich und ungefährlich – nicht beachtet, erwünschtes Verhalten dagegen sehr gelobt und belohnt. Dabei ist Stimmlob viel wichtiger als Belohnung durch Leckerli – wobei das durchaus noch eine zusätzliche positive Verstärkung ist. Wenn man aber bedenkt, dass unsere Pferde im HIT-Aktivstall täglich viele Stunden Weidegang plus stündlich kleine Mahlzeiten aus verschiedenen Futterstationen haben, spielen die paar Körnchen Hafer aus der Hand zur Belohnung sicher eine sehr untergeordnete Rolle.

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Erkennt mich nun mein Pferd wirklich als „Leitpferd“ an – und das heißt in jeder Beziehung: es folgt mir freiwillig und gern, es fühlt sich von mir beschützt und bei mir sicher, und es hat Spaß mit mir – dann werden Dinge möglich, die ich mir früher nie hätte vorstellen können.

Ein „Nebeneffekt“ dieser Art von Pferdearbeit wurde mir erst Jahre nach Beginn dieser speziellen Pferdearbeit bewusst und ist seitdem für mich genauso wichtig wie die eigentliche Pferdearbeit: die ständige Arbeit an mir selbst – eben die Entwicklung der Eigenschaften einer Führungspersönlichkeit – hatten zunehmend positive Auswirkungen auf mein gesamtes restliches Leben. Natürlich ist das ein ständiger Lernprozess, der ganz sicher nie abgeschlossen sein wird – und gerade das ist ja interessant und spannend!

Unsere Pferde sind da unsere besten Lehrmeister – ohne den Spiegel, den sie uns ständig vor Augen halten, wäre es sehr viel schwieriger, eigene Schwächen oder auch Stärken zu erkennen. Wobei „Arbeit“ da ein unzutreffendes Wort ist – aber gebräuchlich und damit verständlich. Diese Art von Umgang mit Pferden und die eigene Weiterentwicklung haben nichts mit „Arbeit“ im herkömmlichen Sinn zu tun. Einerseits ist das was ich tue sehr ernsthaft – weil es mir sehr wichtig ist – andererseits aber eben reine und pure Freude, Zufriedenheit und auch Glück.

Natürlich möchte ich, dass mein Pferd gut gymnastiziert ist, um gesund und fit zu bleiben und mich unbeschadet tragen zu können. Diese Gymnastik – „normalerweise“ Dressur – ist aber für meine Pferde keine Dressur, sondern ein wunderbares Spiel.

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Alle Dressurübungen sind ja bekanntlich Bewegungen, die ein freies Pferd beim Spiel, Imponiergehabe oder Kampf ausführt – also nichts Unnatürliches. Unnatürlich ist im herkömmlichen Reitsport nur, dass das Pferd selbst in dieser Form des Reitens oder auch der Bodenarbeit keinen Sinn erkennen kann – es spielt, imponiert oder kämpft ja nicht. Es wird zu diesen Bewegungen mehr oder weniger sanft oder unsanft gezwungen. Unter Umständen wird auch nicht mit losen Zügeln in Selbsthaltung geritten, sondern das Pferd durch Zügelzug und /oder scharfe Gebisse in unfreiwillige Haltung gezwungen (in Extremform z. B. bei der Rollkur oder eben mit scharfen Gebissen in allen Reitweisen)
Bewegt sich ein Pferd dagegen mit Freude und vor allem freiwillig und wird dabei spielerisch gymnastiziert und gefördert, kann es seine physischen und psychischen Fähigkeiten voll entwickeln.

Jegliche Gymnastik, egal ob Seitengänge, spanischer Schritt, Tempi-Übergänge oder Anderes, kann auch auf Waldwegen oder Wiesen beim Ausreiten „absolviert“ werden – als Spiele zwischendurch.
Zum Spaß und auch für meine eigene sportliche Betätigung wechsle ich reiten und laufen ab. (Diese Reitweise ist so völlig entspannt, dass bestimmt keine einzige Kalorie meinerseits verbraucht wird…)
Untertreten, Aufrichtung und Versammlung erfolgen ganz freiwillig und ohne äußere Hilfsmittel wie Zügel oder Gebiss. Die Prinzipien der klassischen Dressurausbildung werden dabei aber sehr wohl berücksichtigt. Muskeln bauen sich nach bestimmten Regeln und innerhalb bestimmter Zeiten auf – egal in welcher Reitweise. Die Abfolge der jeweiligen Übungen und der Aufbau der Ausbildung erfolgen also genauso wie früher – nur eben ohne Ehrgeiz, mit viel Freude auf beiden Seiten und nicht mehr mit dem Ziel, immer „besser“ zu werden. Das einzige „Ziel“, wenn man so will, ist möglichst viel Freude auf beiden Seiten.

Die Hilfen beim Reiten sind Hilfen die jedes Pferd intuitiv versteht, die eben nicht andressiert oder vom Pferd mühsam erlernt werden müssen. Ich brauche dazu weder Gebiss noch Zügel, schon gar keine Sporen oder Gerte. Es sind Hilfen, die von der Pferde-Körpersprache abgeleitet sind. Das Pferd muß sie also nicht lernen – wir müßen es lernen, ebenso wie beim herkömmlichen Reiten.
Aber – das Pferd müßte nicht folgen, es ist frei – das heißt, ich muss mir wirklich sicher sein, dass mein Pferd mich als „Leitpferd“ anerkannt hat und unsere Beziehung stimmt, sonst ist das freie Reiten und frei laufen lassen im Gelände unverantwortlich und gefährlich. Ich weise hiermit ausdrücklich darauf hin, dass das, was auf den Fotos zu sehen ist, nicht nachgemacht werden sollte. Sie sollen jedoch zeigen, was durch diese Art von Umgang mit den Pferden entstehen kann – und sie sollen vor allem etwas von dem Glück und der Freude vermitteln, die wir m iteinander immer hatten.

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Die Umsetzung mit dem Pferd

Unser Führseil ist ein drei Meter langes Hanf-Seil.

Diese Seile – übrigens sehr günstig im Internet zu beziehen – sind äußerst langlebig (meine sind nunmehr 18 Jahre alt) und sehr angenehm in der Hand.

Um den Hals trägt er ein weiches Baumwollseil, das ich einfach mit einem Knoten zu einem Halsring geschlossen habe. Das „Hals-Seil“ dient mir nicht als Hilfe – ich brauche es nicht zum „lenken“ oder ähnlichem, sondern einzig als Halt beim Losgaloppieren – da ich die Beine nur zu Temporeduzierung oder Stopp anlege und ansonsten locker hängen lasse, würde mich sein Start sonst hinten runterpusten…). Außerdem ist er zwar nicht schreckhaft, aber eben doch ein Vollblüter mit Temperament – und manchmal macht er doch einen Satz ….

Zu den Pads: Da sich Sahib aufgrund seiner früheren Krankheit (Cushing und Insulinresistenz) immer wieder körperlich stark veränderte, passte ihm kein Sattel richtig. Ich stieg dann deshalb sehr schnell auf Pads um und probierte viel herum, bis dann diese Version entstand: Mehrere Schichten mit Wirbelsäulenfreiheit und vor allem – kein Gurt über die Wirbelsäule, um da keinen Druck auszuüben.

Sind wir von der Straße abgebogen, lege ich mir das Seil um und Sahib kann frei laufen.

Ein Spiel zwischendurch: ein kleines Körpersignal reicht, Sahib „schiebt sich zusammen“, wird kürzer (d.h. tritt vermehrt unter), er versammelt sich, ist sehr konzentriert und liebt seinen Spanischen Schritt. In dieser Weise ausgeführt – ohne Hilfsmittel und Zwang, in freier Versammlung und Bewegung – kräftigt er die Muskulatur von Hals, Rücken, Bauch und Hinterhand. Außerdem fördert er Stolz und Selbstbewusstsein – er gehört zu den Bewegungen, die beim Imponiergehabe untereinander ausgeführt werden.

Man sieht sehr gut, wie sich Sahibs Hinterbeine parallel zu meinen Beinen und meiner gesamten Körperlinie bewegen. Er folgt genau meinen Bewegungs-Vorgaben – Seitengänge ganz nebenbei auf Wiesenwegen…

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Eine unserer Aufsteighilfen unterwegs. Man kann hören, wie Sahib vor Freude leise grummelt vor dem Aufsteigen, und dann noch einmal währenddessen. Wie schon oben gesagt, ist das Lob für ihn extrem wichtig. Je mehr ich ihn lobe, desto größer sind seine Freude und auch sein Stolz und umso mehr Mühe gibt er sich. Ein paar Körner Hafer auf der einen Seite und dann nach einem kleinen Tippen an den Hals auf der anderen Seite sorgen für Spaß und gleichzeitig Biegung. Ganz gut sehen kann man am Schluss seine Bemuskelung am Hals. Selbstverständlich bleibt das Pferd beim Aufsteigen solange ruhig stehen, bis die Hilfe zum Anreiten gegeben wird.

Eine kleine Trabsequenz: Die Hilfe zur Temporeduzierung und dann bis zum Anhalten erfolgt nur über Körpersignale – in diesem Fall eine kleine Verlagerung des Gewichtes nach vorne und ein Schließen der Beine (die sonst nur ganz locker und ohne Spannung hängen). Zwar schaut Sahib sehr interessiert, wer da auf einmal im Gebüsch sitzt und ihn filmt, hört aber trotzdem sofort auf meine Hilfe und pariert erst auf wenig Hilfe zum Schritt durch, auf etwas mehr Hilfe stoppt er. Stimme und ein paar Körner Hafer oder ein paar Stückchen Karotten belohnen ihn (ohne würde natürlich auch gehen, so macht es aber eindeutig mehr Spaß!).
Wieder Antraben: ein wenig Gewichtsverlagerung und ein Tippen mit den Fersen. Er ist konzentriert bei der Sache, trotz Mensch daneben im Gebüsch, und freut sich auf den weiteren Ausritt..

Nochmal ein kleiner Stopp…Während des Trabens ist seine Aufmerksamkeit genau dahin gerichtet, wo auch meine hingeht – nach vorne. Nach dem Stehenbleiben hat er dann Zeit sich umzusehen, wer da wieder im Wald steht und filmt….(man sieht wieder, wie er auf ein wenig Gewichtsverlagerung und Beine-schließen sofort stoppt.) Ich möchte noch einmal betonen: das ist nicht „andressiert“. Er ist ein freies Pferd, das das freiwillig macht – geführt zwar durch meine Hilfen einerseits, vor allem aber durch meinen Willen: ich WEISS, dass er mir folgt, bin entschlossen und klar in dem, was ich tue – und diese Klarheit und Entschlossenheit fühlt er und kann sich mir deshalb freiwillig und gerne unterordnen.

Die Führposition: das Pferd geht an der Stelle, an der das Fohlen neben seiner Mutter geht, mit seiner Schulter schräg hinter mir. Zum einen ist schon dadurch die Rangordnung klar, zum anderen ist das sehr sicher: bekommt das Pferd einen Schreck und springt los, hat er Platz an mir vorbei zu springen. Ebenso habe ich Zeit, auf ihn zu reagieren – geht er weiter vorne fehlt mir diese Zeit. Außerdem geht in der Herde die Leitstute vorne, der Leithengst dagegen hinten und treibt die Herde. Würde ich mein Pferd also gerade – und nicht schräg – hinter mir gehen lassen, würde ich ihm die Position des Leithengstes gestatten. Über die Bedeutung der verschiedenen Führpositionen gibt es viel zu sagen, das führt hier aber zu weit.
Gehen wir so miteinander, habe ich ein sehr großes Gefühl der Verbundenheit mit dem Pferd. In den 16 Jahren, die Sahib bei mir ist, ist er niemals von mir weggelaufen– auch und gerade in kritischen Situationen nicht (große Mähdrescher auf engen Wegen, fremde Stuten, plötzlich auftauchende Tiere oder ähnliches – oder frisch grüne Wiesen im Frühjahr…..)Trotzdem – obwohl ich sicher bin, dass er unter allen Umständen bei mir bleibt – lasse ich ihn nur auf der Seite des Geländes frei laufen, auf der zwischen uns und unserem Hof keine befahrene Straße liegt. (Wir haben das große Glück, dass wir unser Haupt-Ausreitgelände auf der „richtigen“, straßenlosen Seite haben…). Ich fände es unverantwortlich Anderen gegenüber, wenn mein Pferd – sollte ich mich doch irren – einmal heimläuft und jemand zu Schaden kommt.

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Ein gutes Beispiel: geht es steiler bergab und Sahib wird doch einmal etwas zu schnell – d.h. kommt zu weit vor – gehe ich einfach etwas zurück. Er dreht sich sofort zu mir und kommt wieder in die „richtige“ Position schräg hinter mir. Beim zweiten, steileren Abhang wird er noch schneller, stoppt aber sofort und dreht sich wieder zu mir, als ich anhalte. Beim Umdrehen und Weitergehen entdeckt er neben sich frisches Grün – eine Seltenheit im Dezember….Obwohl das anscheinend sehr verlockend ist, frisst er nichts, sondern kommt mit mir weiter.
Interessant zu beobachten sein Ohrenspiel: Sind die Ohrmuscheln nach hinten gedreht, der Gesichtsausdruck freundlich, das Maul entspannt, heißt das: das rangniedere Pferd frägt das ranghöhere, ob es näher kommen darf. Er zeigt das jedes Mal, wenn er ganz nah zu mir kommen möchte und meinen Individualabstand unterschreitet – er bittet also um Erlaubnis, weiß aufgrund meiner Körpersprache, dass er das momentan gerade darf. Ebenso akzeptiert er aber auch sofort, wenn er aufgrund meiner Signale sieht bzw. fühlt, wenn ich das gerade nicht möchte.
Ganz anders ein drohendes Pferd: die Ohren gehen nach hinten (es sind nicht nur die Ohrmuschel nach hinten gedreht), der Gesichtsausdruck ist dann unfreundlich, das Maul ist verspannt. Gut zu beobachten in Herden, wenn ein Pferd das Andere z.B. vom Futter verdrängt.